Wir haben etliche Bäume und Sträucher um und sogar im Auslauf, teils extra gepflanzt, teils waren sie einfach schon da. Manche sind perfekte Schattenspender und bieten gesunden Knabberspaß, andere machen Ärger. Wer also seinen Pferden natürlichen Wetterschutz bieten möchte, sollte genau hinschauen, was er da pflanzt.
Bäume: Im Herbst wird es spannend
Derzeit spenden die Kastanienbäume, die große Eiche und der Walnussbaum einfach nur Schatten und sehen schön aus. Im Herbst ist Schluss mit lustig, denn dann müssen wir das Laub und die Früchte aus dem Auslauf räumen. Denn für alle drei gilt: Sie sind zwar nicht supergiftig, in größeren Mengen aber auch nicht bekömmlich. Dafür holzen wir die jetzt aber nicht ab, denn wie gesagt, die Probleme beschränken sich auf wenige Wochen im Jahr. Sonst sind die großen Bäume schön.
Ein Problem ist der Bergahorn. Wir haben ein Exemplar auf dem Hof und eines am Waldrand. Hier heißt es: Abstand halten und das Umfeld im Blick behalten, denn Bergahorn ist giftig. Seine Samen im Herbst und die Keimlinge im Frühjahr lösen die Atypische Weidemyopathie aus, eine Vergiftung, die oft tödlich endet. Ringsherum suchen wir die Weide also regelmäßig ab.
Geeignete Alternativen, wenn man die Wahl hat: Linde, Birke und Weide. Auch die Blutpflaume hat sich bewährt, mit ihrem roten Laub sieht sie toll aus und setzt keine Früchte an. Sonst sind Obstbäume nicht so ideal, da man auch hier auf die Mengen achten muss. Unsere Pflaumenbäume auf einer Weideparzelle ernten wir ab, bevor wir das Stück nutzen, dann geht das auch. Pflaumenkerne enthalten Blausäure, nicht so gesund.
Ein zweiter Blick lohnt sich bei einem anderen Gewächs im Auslauf: Es ist keine hochgiftige Eibe, sondern ein harmloser Mammutbaum. Erstere darf auf keinen Fall in der Nähe von Pferden geduldet werden, ebenso wenig wie Buchsbaum oder Robinie. Die sieht wiederum der ungefährlichen Esche sehr ähnlich.
Grüne Wand zum Naschen
Unsere Hecke bietet nicht nur Windschutz und ein Zuhause für Vögel, sondern bringt die Pferde auch in Bewegung. Denn wenn sie sehen wollen, was auf der anderen Seite gerade passiert, müssen sie außen drum herum laufen. Gut geeignet sind hier Haselnuss, Felsenbirne (eher mit Abstand zum Zaun, dass sie davon nur wenig naschen) und Hagebutte.
Giftig und trotzdem nicht sehr gefährlich ist der schwarze Holunder. Der muss wirklich scheußlich schmecken, denn als einziger Strauch kann er unangetastet mitten im Auslauf wachsen. Und weil zumindest unser Holunder grundsätzlich da wächst, wo er selbst das für richtig hält, macht er sich zwischen den Pferden breit. Seine Vorteile: Blütendolden für Bienen und Früchte für Vögel, beides kann natürlich auch vom Pferdehalter verarbeitet werden.

Grundsätzlich würde ich auf Bäume am und im Auslauf und auf den Weiden nicht verzichten wollen. Die Pferde stehen im Sommer gerne in ihrem Schatten, auf der Weide bieten sie den Rindern Schutz vor Regen. Im Herbst wird eben etwas mehr geharkt, und wenn mal ganz viel runterkommt, sperren wir einen Teil zeitweise ab. Aber über jedes Gehölz sollte man sich vor der Pflanzung informieren – und da reicht es nach meiner Erfahrung nicht, den Gärtner zu fragen, ob das irgendwie giftig ist. Denn was Pferde vertragen, weiß der Baumschul-Lehrer nicht unbedingt.
Außerdem zu beachten: Große Bäume in exponierter Lage können bei Gewitter gefährlich sein. Dann lieber etwas niedrig wachsendes pflanzen oder eine ohnehin tiefer liegende Stelle auswählen. Wenn die Hügel oder Gebäude in der Umgebung höher sind, ist die Gefahr nicht ganz so groß. Und außer Holunder überlebt kaum ein Baum oder Strauch, wenn er nicht abgezäunt wird. Wächst das Gebüsch, erwischen die Pferde früher oder später auch so den einen oder anderen Zweig und sorgen wo für einen konsequenten „Formschnitt“.


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