Paddock-Platten gegen Matsch

Sie sind ein bewährtes Mittel gegen die alltägliche Schlamm-Katastrophe: Paddock-Platten. Es gibt verschiedene Ausführungen, und man kann bei der Verlegung tatsächlich so einiges falsch machen. Haben wir ausprobiert.

Erstmal der Aufbau. Es ist verlockend, die Dinger einfach auf den Boden zu legen und dann Sand drüber. Sieht erstmal gut aus. Bis es wirklich richtig regnet. Wenn die Platten direkt auf dem Schlamm liegen, kann es passieren dass sie einfach versinken – je nach Modell. Also lohnt es sich, Schotter drunter zu machen, auch wenn das die Sache wesentlich und aufwendiger macht.

Nächster Fehler: Die Einfassung. Kunststoff dehnt sich aus, wenn er warm wird, und zwar ordentlich. Wir hatten unseren Paddock in die Hände eines Tiefbau-Unternehmens gegeben, die sehr sorgfältig arbeiteten. Das Problem: Sie verlegten die Platten wie Steine. Also dicht an dicht, auch außen bis an die Beton-Kante. Nicht gut.

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Fehlkostruktion: Bei Hitze kommen die Platten hoch, wenn es keine Dehnungsfugen oder genug Platz außen herum gibt.

Mangels Dehnungsfuge türmte sich im Sommer bei 30 Grad ein Gebirge auf, der Sand fiel durch die Löcher, und so senkten sich die Platten auch bei kühlem Wetter nicht wieder ab. Wir haben nachträglich mit einer Flex eine Dehnungsfuge einfräsen müssen. Denn die fest verzahnten Platten wieder hochzunehmen war Knochenarbeit. Von der Lücke aus mussten wir nun den Sand drunter wegkratzen, dann alles wieder zuschütten und hoffen, dass die Spannung raus ist.

Würde ich wieder eine Fläche so befestigen, würde ich außen herum eine Dehnungsfuge knapp unter Hufbreite einplanen. Bei großen Flächen müssen auch zwischen den Platten Fugen bleiben, also nicht ganz fest aneinander schieben. Manche Hersteller geben das auch direkt mit an. Und es gibt auch Platten mit flexiblen Bereichen, das ist durchaus sinnvoll – kostet aber auch Stabilität. Unsere starren Platten sind auch mit schwerem Gerät befahrbar.

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In diesem steilen Gang sind Gummigranulat-Matten direkt auf Paddockplatten verlegt worden.

Wenn an alles gedacht ist, sind die Platten toll. Man kann damit auch Wege in den Paddock bauen, wie Stege durch den Matsch. Wo es richtig tiefer Matsch ist, besser mit Schotter drunter. Im Aufgang vor dem Stall haben wir auf die Platten Gummigranulat-Matten verlegt, wegen der Rutschgefahr. Auch das klappt gut, das Wasser läuft einfach durch und die Pferde können sicher laufen. Das geht aber nur mit Platten, die viel Auflagefläche bei relativ kleinen Löchern bieten.

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Zwischen Sand und Pflaster liegen ebenfalls Gummimatten, um den Abrieb der Hufe zu verringern. Fegen muss man trotzdem oft und gründlich.

Was wir auch gemerkt haben: Schleppen die Pferde den Sand auf die Bereiche, die wir mit Steinen gepflastert haben, nutzen sich die Hufe stark ab. Das wirkt wie Schmirgelpapier. Einen Übergangsbereich haben wir daher ebenfalls mit Gummimatten entschäft, ansonsten hilft nur Fegen.

Unterm Strich haben sich die Paddockplatten trotzdem bewährt. Matschig ist es nur noch dort, wo die Ponys ihre Toilette eingerichtet haben. Da müssen wir nochmal ran.