Sommerzeit – da locken je nach Lust und Laune Turniere, Lehrgänge oder Reiterreisen in die Ferne. Wer mit Pferd unterwegs ist, braucht eine Unterkunft für seinen vierbeinigen Begleiter. Ich nutze dafür schon seit drei Jahren meinen mobilen Paddock Marke Eigenbau.
Schluss mit schlabbernder Litze
Lange Zeit hatte ich, wie viele andere auch, einfach ein Bündel Plastikpfähle und ein mehr oder weniger ordentlich aufgerolltes Bündel Litze im Gepäck. Und habe es gehasst. Während das Pony am Anbider scharrte, kämpfte ich mit wabbeligen Pfählen und verknoteten Bändern. Noch ätzender der Abbau: Am Ende eines schönen, aber auch anstrengenden Wochenendes friemelt man die Litze wieder zusammen, wickelt sich einen Wolf und hat am Ende doch einen Knoten drin.
Wie einfach sind da Komplettsysteme, wo die Litze elegant direkt in die Pfosten verschwindet. Nichst hängt durch, alles ist ratzfatz auf- und abgebaut. Wäre da nicht der stolze Preis. Aber mit der Entdeckung der Metallpfähle hatte ich das Problem der wabbeligen Ecken ja schon gelöst. Jetzt könnte man die Litze, wenn man sie entknotet hat, ja auch straff spannen. Aber dafür musste es eine ähnlich elegante Antwort geben.

Praktisch von der Rolle
Die hatte ich schließlich gefunden: Große Tor-Rollen mit knapp 20 Metern Breitband mit Torgriffen. die Rollen sind mit Metallfedern gespannt und wickeln die Litze von selbst wieder auf. Diese beachtlichen Rollen – zwei Stück – habe ich mit Draht an einem der Pfähle befestigt. Damit lässt sich ein gut vier mal vier Meter großer Paddock bauen: Pfähle stecken – einen neben den mit den Rollen um die Torgriffe einzuhängen – und dann die Litze drum herum ziehen. Da muss man etwas nachzuppeln wenn es hakt, geht aber deutlich schneller als früher.
Die Breitband-Rollen am Metallpfahl sind auch sonst praktisch, wenn mal irgendwo eine Ecke kurzfristig abtrennen muss. Pfahl stecken, Bänder rausziehen, fertig. Und hinterher flutsch alles von selbst zurück und ist in Sekundenschnelle ordentlich aufgerollt.

Gummi geht auch
Die großen Rollen haben auch Nachteile: Sie sind schwer und unhandlich, und bei häufiger Nutzung lassen sie irgendwann nach. Alternativ kann der Paddock auch mit mehreren kleineren Rollen gebaut werden, und die gibt es statt mit Band auch mit Seil. Oder man verwendet Gummi-Seil, auch damit lässt sich ein Paddock schnell aufbauen. Das Seil gibt es inzwischen als Rollenware wie normale Litze auch.
Wichtig: Gummi und Rollen bringen Druck auf die Eckpfosten, Plastikpfähle halten das nicht. Bei lehmigem, trockenem Boden braucht man einen Hammer, um die Pfähle in die Erde zu bekommen. Bei trockenem Sand ist der Halt schlecht, wenn ihr in sandige Gebiete reist solltet ihr zusätzliche Pfähle und Schnüre oder Heringe mitnehmen.
Am meisten genieße ich immer den Moment, wenn es nach Hause geht und ich nur meine Bänder aus den Isolatoren löse – schwupp ist alles aufgerollt. Die Pfähle rausziehen und nach wenigen Minuten bin ich reisefertig. Und ja, ich gestehe, die neidischen Blicke der anderen, die dann in einem Haufen wirrer Litzen stehen, die genieße ich auch ein kleines bisschen.

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