Paddock-Platten direkt in den Schlamm

Es klingt verlockend: Mehrere Hersteller sagen von ihren Platten, dass sie ohne Unterbau verlegt werden können. Wir haben den Härtetest gemacht.

Empfohlen wird für einen schlammfreien Auslauf immer ein systematischer Aufbau: Tragschicht, meistens aus Schotter, eine Trennschicht, zum Beispiel Paddockplatten, und darauf eine Tretschicht, üblicherweise Sand. Aber dann sind da noch die Platten, die man laut Werbeversprechen ohne diesen Aufbau verlegen kann. Einfach in den Matsch, fertig. Geht das?

Wir haben das an zwei Stellen im Auslauf ausprobiert: Auf einer höherliegenden Fläche, wo der Boden zwar schlammig und rutschig wird, aber immer so fest ist dass man nicht einsinkt. Und dann an einer tiefliegenden Stelle, wo sich viel Wasser sammelt. Hier verschwinden meine Gummistiefel bis über den Knöchel im Matsch und gehen so leicht auch nicht wieder raus.

Der Härtetest im „Sumpfgebiet“

Auf der ganz fiesen Fläche habe ich vor zwei Jahren schon ein Stück Weg aus Paddockplatten gebaut, aber mit Schotter drunter. Das hält seitdem gut. Im hinteren Teil war der Schotter dann alle, und die Platten, die kaum etwas drunter haben, liegen deutlich tiefer als die anderen. Hier steht die Pfütze oben drüber. Festen Grund spürt man aber, anders als neben den Platten, hier immer noch.

Ein erstes Stück des Weges habe ich vor zwei Jahren schon gebaut – mit Schotter drunter. Das hält seitdem gut.

Jetzt ist der Weg zu kurz, die Mistkarre bleibt dahinter im Sumpf stecken. Weitere Platten sollen es richten. Ich muss mich etwas überwinden um die schönen, dicken und schweren Systemplatten da in den Modder zu legen. Da es nur ein provisorischer Weg werden soll – wir planen, den Streifen später mit Kies richtig trocken zu legen – lege ich nur zwei Reihen nebeneinander. Bevor ich die Platten verlege und miteinander verzahne, schiebe ich die Matsche mit der Schippe glatt.

Direkt in den Matsch legen – das habe ich wörtlich genommen. Ein bisschen eklig ist das schon.

Erstmal sieht das recht gut aus, aber durch die Löcher drückt bald schon Matsche hoch. Ich mache keine Tretschicht auf den Weg, damit nicht der Sand am Ende das Ergebnis verfälscht. Als Laufweg gehen auch „nackte“ Platten.

Mirco beim Testlauf: Erstmal geht das. Der Matsch drückt aber schon ein bisschen hoch.

Weiter oben dasselbe Spiel, nur dass hier die Arbeit weniger fies ist, der Boden trägt ja besser. Unter dem Baum, wo die Ponys im Sommer gerne dösen, soll eine trockene Liegefläche entstehen. Ich verlege ca. vier mal vier Meter Platten und verteile Sand darauf. Sieht gemütlich aus.

Die Liegefläche: Platten auf relativ festem Lehmboden, darauf Sand.

Am Ende zählt doch, was drunter ist

Zwei Wochen und sehr viel Regen später. Die Liegefläche ist weiterhin trocken, der Sand hat sich gesetzt, aber Schlamm gibt es dort nicht. Allerdings liegt da auch nie ein Pferd. Sie gehen da jetzt zum Pinkeln hin. Trotzdem sieht es nach wie vor recht ordentlich aus. Ich werde das einfach noch einmal an einer anderen Stelle versuchen, wo sie sonst auch gerne liegen. Der Boden hält jedenfalls.

Die fertige Liege-Insel. Der Aufbau hält, die Ponys schlafen trotzdem woanders.

Und der Weg im Sumpf? Ich würde sagen: Befriedigend. Man kann da noch drauf laufen. Ohne festen Grund haben sich die Platten aber zum Teil abgesenkt, vor allem in der Mitte, wo die Längsfuge verläuft. Hier drückt der Matsch von unten hoch. Besser laufen als im Schlamm daneben kann man noch, auch die Karre kann man darüber schieben. Sicherlich wäre ein Aufbau mit mehr als zwei Reihen, wo sich die Belastung durch Laufwege besser verteilt, stabiler.

Das Ergebnis im „Sumpfgebiet“ nach zwei sehr verregneten Wochen: Die Platten sind noch sichtbar, liegen aber inzwischen schief. Der Schlamm drückt vor allem in der Längsfuge durch. Weiter hinten, wo die alten Platten auf Schotter liegen, ist es trockener, obwohl sich darauf inzwischen viel Erde angesammelt hat.

Update, zwei Jahre später: Wir hatten es mit dem Kies versucht, das war aber doof zum Abäppeln. Kies empfehle ich nur da, wo die Ponys nicht äppeln. Mit der Zeit ist der Kies trotz Vlies drunter im Modder versunken, oder die Ponys haben zu viel Matsch draufgeschleppt – oder beides. Jedenfalls hätte man Kies nachfüllen müssen. Allerdings: Die Fläche ist durch den Kiesanteil fester geworden.

Also doch nochmal einen Weg aus Paddockplatten, diesemal nur eine Reihe, um die Mittelfuge zu vermeiden, und direkt am Zaun, wo es am festesten ist. Und dieser Weg hält auch ohne weiteren Unterbau jetzt richtig gut. Allerdings haben wir da die Platten auch nicht in so tiefen Modder gelegt, sondern vorher etwas Schlamm zusammengekratzt und fest werden lassen, so dass der Weg insgesamt etwas höher lag. Und dann hat sich die Verlegung als eine Reihe bewährt.

Der neue Weg am Zaun entlang. Auch bei Matschwetter kann man hier trockenen Fußes laufen.

Dennoch wäre mein Fazit: Die Verlegung ohne Unterbau hat Grenzen. Ist der Boden einigermaßen fest, geht es mit den schweren Platten überraschend gut. Bei wirklich tiefgründigem Schlamm sollte man zumindest den Bereich, der befestigt werden soll, etwas begradigen und wenn möglich dann bauen, wenn es halbwegs trocken ist. Wo man schon knöcheltief einsinkt, liegen auch Paddockplatten nicht gut. Als erste Hilfe können sie aber die Situation zumindest verbessern.

Mehr zu Paddock-Platten hier: Paddock-Platten gegen Matsch

Ein anderer Tipp gegen Schlamm: Auf dem Kiesweg