Es ist ein fieser, nasser Winter. Selbst wenn es nicht regnet, trocknet nichts. Nieselregen, Nebel, immer wieder leichter Frost. Für unsere Matschstelle, wo sich das Wasser vom höherliegenden Teil sammelt, einfach zu viel. Nachdem die Paddock-Platten ohne Unterbau als Notlösung zu tief versanken, haben wir jetzt einen Kiesweg angelegt. Das finden die Ponys überraschend gut.
Der Aufbau ist einfach: Ein Vlies, 1,80 breit, bildet die Grundlage für den Weg zum trockeneren Bereich weiter oben. Dafür wurde der Schlamm oberflächlich abgezogen. Vlies drauf und ca. 10 bis 15 Zentimeter Kies. Fertig.
Jetzt sind unsere Ponys ja barhuf unterwegs, Mirco läuft im Gelände fühlig auf Schotter. Da hatten wir doch damit gerechnet, dass sie den Kies nur so mitteltoll finden. Weit gefehlt. Kaum eins der Ponys läuft noch durch den Matsch, der neben dem Weg noch erhalten ist, als Ausweg wenn es zu unangenehm wird. Sie traben sogar durch die Steinchen, wenn sie mal ihre wilden fünf Minuten haben.

Die Vorliebe für die Steinchen hat eine Nebenwirkung: Sie halten sich auf dem Weg mehr auf als gedacht und äppeln in den Kies. Das ist lästig, weil man die Äppel zwischen den Steinen rauspuhlen muss. In der Biogasanlage, wo unser Mist hingebracht wird, kommen Steine vermutlich nicht gut an. Eine Kinderharke oder ein Kinder-Rechen haben sich dafür am besten bewährt, wobei die Harke präziser einzelne Äppel und Steine trennen kann, während der Rechen zumindest große Steinchen direkt aussortiert, weil sie schwer sind und nicht von den biegsamen Zinken mitgenommen werden. Die Standard-Harke, die bei dem Mistboy dabei war, ist völlig ungeeignet.
Im Zweifel lassen wir kleine Reste drin, der Regen wäscht sie nach unten aus. Allerdings sammelt sich möglicherweise der Mist auf dem Vlies, dann müssen wir irgendwann die Steinchen mal zur Seite schieben und drunter die Äppelreste wegkratzen. Ohne Vlies lassen es manche einfach verrotten, dann versinken die Steinchen aber zu einem großen Teil in der Erde und müssen nachgefüllt werden. Oberflächlich ist der Kies jedenfalls immer schnell sauber.
Und wirklich nie matschig. Bei extremem Regen steht Wasser zwischen den Steinchen, aber das stört nicht. Die Ponys rutschen auch nicht darin. Da der Kies tief ist, müssen sie die Beine gut heben, aber da es nur ein kleines Stück ist sehe ich das als gutes Training. Allerdings ist der tiefe Kies auch eine Herausforderung für die Schubkarre.

Und die Hufe? Bisher hat sich noch kein Stein in den Hufen festgesetzt. Von den gepflasterten Flächen fege ich sie runter, da sie da nicht nach unten nachgeben und vermutlich eher im Huf steckenbleiben. Damit wenig Kies auf dem Pflaster landet, haben wir auf dem Übergang Paddockplatten verlegt, einfach auf den Kies. Steinchen, die mitgeschleppt werden, bleiben da liegen.
Langfristig sollen die runden Kiesel die Hufe stärken, berichten andere Pferdehalter. Unsere Pferde haben jetzt zumindest saubere, ordentliche Hufe. Der Abrieb ist durch den Kies nicht mehr geworden, vermutlich sind die größeren runden Steine sogar schonender als grober Sand, der wie Schmirgelpapier wirken kann.
In Sachen Matsch ist der Kies jedenfalls bisher die effektivste Lösung. Ich würde damit keinen ganzen Paddock machen, aber für einen übel verschlammten, stark belasteten Laufweg kann man das wirklich empfehlen. Und wenn die Massage wirklich die Hufe stärkt, hat es sich noch mehr gelohnt – trotz des etwas höheren Pflegeaufwands.
Update: Mit der Zeit ist der Kies trotz Vleis irgendwie versunken, hat der Fläche aber Festigkeit gegeben. Obendrauf entstand irgendwann trotzdem wieder Matsch, da sich in der Kuhle einfach Wasser sammelt und die Ponys vermutlich auch zu viel Zeug draufgeschleppt haben. Vermustlich würde sich der lösen lassen, indem man nochmal eine Fuhre Kies nachfüllt. Weil das Abäppeln aber nervte, haben wir diesen Bereich jetzt mit einem Weg aus Paddockplatten befestigt. Kies ist gut – aber nur auf Wegen, wo die Pferde wirklich selten äppeln.

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