So eine Toilette für die Ponys kann ich nur empfehlen. Und sei es wegen der staunenden Gesichter, wenn man davon erzählt. „Wie habt ihr denen das denn beigebracht?“ Ehrlich gesagt, gar nicht. Die Pferde haben eine Klo-Ecke ausgewählt und wir haben da eine Toilette hingebaut. Aber ganz so einfach war es dann doch nicht.
Der richtige Ort für das Örtchen
Am Anfang war eine eklige, stinkende Matschecke. Paddockplatten mit Sand, Drainage, nichts half. Der Grund: Die Pferde machten dort bevorzugt ihr Geschäft. Regenwasser, Äppel und Urin, das war zu viel. Irgendwann haben wir uns nicht mehr geärgert, sondern entschieden aus der Not eine Tugend zu machen: Okay, wenn ihr da nun immer „machen“ wollt, dann wird das eben das Klo. Das erwählte „Örtchen“ liegt zwischen Fressplatz und Stall, wo auch die Tränke ist, und lädt im Vorbeigehen zum Geschäft ein. Weit genug weg vom Futter und von den Ruheplätzen. Eigentlich gut gewählt.
Was macht man da nur rein?

Eine geeignete Einstreu für ein Outdoor-Klo ohne Überdachung muss man erst einmal finden. Ein Dach kam nicht in Frage, wir haben schon um jeden Quadratzentimeter Stall mit dem Bauamt kämpfen müssen. Wenn ich einen Antrag für ein überdachtes Pferdeklo eingereicht hätte, wäre da irgendjemand vor Lachen vom Stuhl gefallen. Also musste es „oben ohne“ sein. Einzig Rundhölzer als Einfassung haben wir verlegt, lose eingegrenzt durch die Gummimatten außen und die Einstreu innen. Den Untergrund bilden Paddockplatten auf Schotter.
Erster Versuch: Sägespäne. Das Ergebnis war eher unästhetisch. Schnell bildete sich Matsch, der auch noch müffelte. Nein, die Späne waren direkt raus. Sand auch, der war da ja vorher und hatte sich in schwarzen, bleischweren und übel stinkenden Morast verwandelt.
Dann haben wir unsere Kopfweiden schneiden lassen und hatten eine große Menge unbedenkliche Hackschnitzel. Die haben sich ganz gut gemacht im Klo, zumindest das was die Ponys nicht schon beim Auffüllen gefressen haben. Die Holzschnitzel ließen sich auch gut wieder entfernen als sie zu gammelig wurden. Das hatte aber gut drei Monate gedauert, in der Zwischenzeit haben wir sie mehrfach nur nachgefüllt und natürlich täglich die Äppel entfernt.

Aber da wir nicht alle drei Monate unsere Bäume schneiden, ging uns der Nachschub aus. Mit Rindenmulch oder Hackschnitzeln aus anderen Quellen haben wir schlechte Erfahrungen gemacht, da war einmal Thuja drin was wir gerade rechtzeitig bemerkt hatten. Seitdem nutze ich nur noch das was wir auf dem eigenen Hof haben.
Nächster Versuch: Hanfstreu. Riecht gut, macht einen super Eindruck, sollte aber nicht gefressen werden. Die meisten Pferde tun das auch nicht. Unsere schon. Also wieder raus damit. Es ist aber gut für Hühner oder andere Kleintiere. Sicher auch für Pferde, die weniger gefräßig sind.
Da Holz eigentlich gut funktioniert hatte, habe ich es dann mit Holzgranulat probiert. Das gibt es als Einstreu abgepackt wie Späne, und siehe da: Das war die Lösung. Es matscht nicht, wird nicht schwer und stinkt nicht. Selbst bei richtig fiesem Regenwetter ist das Klo zumutbar und wird genutzt. Und gut abäppeln lässt sich das feine Granulat auch.
Die Reinigung


Das Klo macht erstaunlich wenig Arbeit. Ich streue im Schnitt zweimal im Monat einen ganzen Sack auf der ca. 2 x 5 Meter großen Fläche nach, etwa nach drei Monaten lohnt sich mal ein kompletter Austausch der Streu. So lange hält sie aber als Matratze ganz gut. Als erste Füllung müssen zwei Säcke rein. Wir misten täglich alles ab, auch das Klo.
Das Bild oben links zeigt das Worst-Case-Szenario: Das Klo vor der Reinigung bei sehr schlechtem Wetter, zusätzlich ist Laub reingeweht. Aber: Das Holzgranulat stinkt und matscht nicht. Abäppeln, nachstreuen, alles wieder fein, siehe Bild rechts – da wurde das Klo auch direkt schon wieder „eingeweiht“.
Das „Töpfchentraining“
Sind Ort und Einstreu gut gewählt, muss man den Pferden eigentlich nicht erklären wozu das gut ist. Wir haben am Anfang immer einen Haufen Äppel im Klo liegenlassen, das lädt ein. Zur Unterstützung kann man Anfangs drum herum merhmals täglich abmisten. Wenn auch das Umfeld saugfähig ist, wird vermutlich öfter daneben gepullert, bei uns sorgen die Gummimatten dafür dass sich die Pferde um Zielgenauigkeit bemühen (sonst spritzt es). Lobende Worte wenn das „Örtchen“ genutzt wird helfen auch bei der Motivation.
Unser Winterpaddock mit Holzsiebgut lädt leider auch zum Geschäft ein, hier hilft es die Pferde durch Absperrungen auf einen Umweg zu schicken. Dann ist das Klo nach dem Fressen näher und sie kommen bereits entleert auf dem Paddock an, der dann sauberer bleibt.

Der Effekt
Abgesehen von staunenden Blicken bringt das Klo ein saubereres Umfeld, da weniger Urin an anderen Stellen landet. Darum ging es uns, geäppelt wird auch noch in drei, vier anderen Bereichen. Auch der Stall bleibt sauberer als zuvor, und auch der Bereich direkt davor, der sonst gerne genutzt wurde. Und die Pferde freuen sich über eine komfortable Möglichkeit, ihr Geschäft zu erledigen.

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