Manche Pferde brechen Rekorde, andere brechen Herzen.
So wie Gandi. Am Donnerstag mussten wir ihn gehen lassen. Das sanfteste, geduldigste, freundlichste Pferd, das ich je kennengelernt habe. Er liebte Menschen, ohne aufdringlich zu sein. Er kam lautlos, fragend, immer höflich. Er fehlt uns unendlich.
Dabei war er nicht einmal reitbar, durch einen Unfall als Zweijähriger. Er kam zu uns als dünnes, schlecht entwickeltes Jungpferd, weil sich niemand um seine Zähne gekümmert hat. Wir haben ihn aufgepäppelt und ins Herz geschlossen, und er schien dafür immer dankbar zu sein.
Er liebte Putzen und Kuscheln, nahm jedes Leckerli behutsam wie ein Windhauch. Die Kinder lernten mit ihm Bodenarbeit und Freiarbeit, denn er reagierte fein und immer vorsichtig.
Als letzter war er noch da von der alten Herde. Katla und Mánadís sind schon vorausgegangen. Er blieb noch ein Weilchen, erfreute uns mit seinem Charme und seiner unvergleichlichen Nackenmassage. Ich glaube, er liebte es, wenn Menschen dabei begeistert kicherten und quietschten.
Typisch waren auch die verknoteten Strähnen in seiner langen, feinen Mähne. In der isländischen Mythologie heißen sie Elfensteigbügel. Das kleine Volk besucht nachts die Pferde, und die ganz besonderen reiten sie. Dafür flechten sie die Knoten ins Haar. Gandi wäre einer Elfe sicher würdig gewesen.
Am Ende hat die Krankheit ihm zu sehr zugesetzt, und wir mussten ihn auf seinem letzten Weg begleiten. Unser hübscher Fuchs ging im Jahr des Feuerpferds, und kurz danach erschien ein Regenbogen. Eine Laune der Natur, oder doch…?
Es bleibt eine Leere und Stille, obwohl er auch immer still und zurückhaltend war. Und doch fehlt seine sanfte Präsenz überall.
Danke, Gandi. Wir werden dich nie vergessen.




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